grillkohle glut

Grillen, Wort des Monats Juli 2021

Wie könnte es passender sein, als das Wort Grillen für das Wort des Monats Juli zu haben? Eben. Genau das meine ich. Derzeit wird ja fast überall der Grill angeworfen, damit Familie und Freunde sich an Würsten, Fleisch und fleischähnlichen Grillgut sowie Fisch und Gemüse ergötzen können. Dazu noch eine ordentliche Portion Kartoffel- oder Nudelsalat und … und nun habe ich Hunger!

Grillen

Ein kühler Luftstrom hüllt meinen Körper ein, während ich vor der gläsernen Fleischtheke stehe, um mir ein paar leckere Würste, fertige Schaschlikspieße und obendrein noch drei oder vier verschieden Fleischsorten auszusuchen. Zwei Augen fixieren mich ungeduldig hinter der Kühltheke. Es ist die Fleischereifachverkäuferin. Streng nach hinten gebundenes Haar lässt sie aussehen wie eine strenge Heimleiterin, der es nur um das Wohlergehen ihres Kontos geht, nicht das der Kinder. Würde sie nicht diese hellblaue Uniform mit weißen Streifen tragen, könnte sie auch vom Gesundheitsamt sein. Aber man soll die Menschen ja nicht nach Äußerlichkeiten beurteilen. Da ich diese Dame schon sehr lange kenne, kann ich versichern, dass sie ein weiches und warmes Herz hat. Sie lebt ihren Beruf wortwörtlich aus. Noch nie hat mich jemand so ausführlich über die Herkunft und Aufzucht der Tiere beraten, wie sie. Zwar scheint ihr Gesicht durch die streng gebundenen Haare so unter Spannung zu stehen, dass ein lächelnd zu einer explosionsartigen Frisurentwirrung führen würde, was zugegebenermaßen lustig sein müsste, aber in ihren Augen ist immer so ein Funkeln zu erkennen. Ein freundliches, liebevolles und fröhliches Funkeln. Es gibt ja Menschen, die mit ihren Augen lachen. Das ist ein ehrliches Lachen. Es gibt auch solche die den Mund zu einem Lachen verziehen und teils eigenartige Geräusche abgeben, um ein Lachen zu simulieren. Bei dieser Gattung lachen die Augen niemals mit, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie nicht ehrlich Lachen. Das ist Fakt. Aber nicht dieses Exemplar von einer Fleischereifachverkäuferin.
Ich lasse mir wie immer ein paar von ihren Empfehlungen einpacken und übernehme das ziemlich schwere Grillpaket. Im Austausch dazu gebe ich mein Bares.
Zuhause lege ich das Grillgut erstmal in den Kühlschrank, fülle Holzkohle in den gusseisernen Grill auf der Terrasse und gebe einen brennenden Grillanzünder dazu. Der leichte Wind sorgt für eine ausreichende Belüftung der Kohle, damit die Glut nicht wieder erlischt. Nach knapp zwanzig Minuten klingelt es an der Wohnungstür. Besuch. Ich öffne und freu mich darüber, die Menschen zu sehen, die ich durch Corona schon seit Anderhalbjahren nicht mehr gesehen habe. Ich gebe eine Runde Getränke aus und fordere zur Selbstbedienung auf, während ich alles Weitere für einen gemütlichen Grillabend unter Freunden und Familie vorbereite. Als dann endlich das erworbene fleischlastige Essen auf den Grill brutzelt, gesellt sich auch als letzter Gast die Fleischereifachverkäuferin zu uns. Die habe ich nämlich eingeladen, als ich meine Besorgungen gemacht habe. Und was soll ich sagen, ihr Haar ist offen, gepflegt und schulterlang. Und ihr Gesicht hat ein bezauberndes Lächeln. Das war mein Grillen im Juli.

Schlusswort

Wieder eine kleine Geschichte dessen Anfang, Verlauf und Ausgang ich nicht vorhersehen konnte. Ich schreibe nun schon seit etlichen Jahren Geschichten und Romane, doch die Faszination über die Entstehung einer fiktiven Erzählung verblüfft selbst mich immer wieder aufs Neue. Und ihr so?

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